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Evangelische Kirchengemeinde Weingarten

 
 
 

Erfolg

Oft und viel lachen,
den Respekt von intelligenten Leuten
und die Zuneigung von Kindern gewinnen,
sich die Anerkennung aufrichtiger Kritiker erwerben;
(…)
das Beste in anderen finden;
die Welt ein bisschen besser verlassen,
sei es durch ein gesundes Kind,
durch einen Blumengarten
oder eine verbesserte soziale Bedingung;
Wissen, dass wenigstens ein Leben leichter geatmet hat, 
weil du gelebt hast.
Das bedeutet, erfolgreich gewesen zu sein.

(Ralph Waldo Emerson)

 

Dieses Gedicht empfinde ich als kraftgebend in Zeiten, in denen sich Nachrichten über Krisen – meist mit großen finanziellen Auswirkungen – in atemberaubender Geschwindigkeit ablösen. Erfolg – mal unerwartet und anders beschrieben. 
Die Zeilen machen deutlich, dass verlässliche Werte im Leben wie Zuneigung, Aufrichtigkeit und soziale Bindung einen tragenden Grund geben können. Und dass auch das Leichte zu einem gelingenden Leben gehören kann.

Dass Sie Ihren Erfolg im obigen Sinne mehren können, sei es beruflich , sei es persönlich, das wünscht Ihnen

Pfr. Horst Gamerdinger
Weingarten im Blick, 4.6.2010
  
Foto: Joujou, pixelio.de

      

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Pfingsten – Fest des Heiligen Geistes
 

Fest des Heiligen Geistes wird Pfingsten auch genannt. Apostelgeschichte 2 erzählt von einem Ereignis, das die Jünger und die allerersten Anhänger der christlichen Kirche erlebten. Von Gottes Geist wurden sie ergriffen. Sie spürten, dass sie Mitglieder einer neuen großen Gemeinschaft waren. 
Verbunden im Geist Gottes – die Kirche war geboren. Diese neue Gemeinschaft umfasste von Anfang an Menschen aus unterschiedlichen Ländern mit unterschiedlichen Sprachen und unterschiedlicher sozialer Herkunft. Sie verstanden sich, obwohl sie verschiedene Sprachen sprachen.

Für das, was da geschehen war, fehlten die Worte. Sprachbilder halfen beim Weitererzählen: Was mit uns geschah war so gewaltig „wie ein Brausen vom Himmel“ und wie „ein gewaltiger Wind, der das ganze Haus erfüllte.“ 
Ja sogar von Feuerflammen ist die Rede, die sich auf jeden setzten. Feuer und Flamme waren sie für ihre neue Gemeinschaft, entbrannt für ihre Sache. All das sind Worte der Begeisterung und der Dynamik, des Aufbruchs und der neuen Wege. Dafür steht das Pfingstfest. So nahm die Kirche ihren Anfang. Dass wir das in unserer heutigen Kirche nicht vergessen ist mir wichtig. Gerade wenn die Zeiten nicht danach aussehen.

Pfr. Horst Gamerdinger
Weingarten im Blick, 21.5.2010

    

      

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Zum Fest Christi Himmelfahrt

Vierzig Tage nach Ostern und zehn Tage vor Pfingsten wird in den Kirchen Christi Himmelfahrt gefeiert. Ein Feiertag, mit dem viele ein Problem haben. Wahrscheinlich auch deshalb ist er zum „Vatertag“ umfunktioniert worden. Unser modernes Weltbild und die biblische Vorstellungswelt treffen hier hart aufeinander.

Kommt man mit Schulkindern über diesen Feiertag ins Gespräch, dann sind sie sehr schnell bei Überlegungen anzutreffen, wie das mit Christi Himmelfahrt „technisch“ gewesen sein könnte.  

Die Entrückung Jesu in den Himmel – wobei „Himmel“ nicht in erster Linie eine Ortsangabe, sondern Jesu Sein bei Gott zur Sprache bringt – ist für Lukas, den Verfasser des gleichnamigen Evangeliums und der Apostelgeschichte, von großer Bedeutung. Sie veranschaulicht mit dem Bild der Wolke (Apostelgeschichte 1,9) Jesu Erhöhung zu Gott – und damit beginnt die Himmel und Erde umspannende Gegenwart Christi. 

Für den Glauben findet mit der Himmelfahrt Christi also keine Trennung statt, sondern Jesus ist fortan auf andere Weise – als damals in Galiläa – anwesend. Deshalb steht alle kommende Zeit unter der Verheißung des auferstandenen Christus: „Siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matthäus 28,20) 

Man kann geradezu sagen: Jesu Himmelfahrt geht nicht zu den Sternen sondern in die Zukunft. Ausblick, nicht „Aufblick“ ist angesagt.

Pfarrer E. Schulz
Weingarten im Blick, 14.5.2010
 
Foto: Altar-Parament in der Stadtkirche, Schulz

      

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Christus spricht: Selig sind, die nicht sehen und doch glauben! (Johannes 20, 29)

 „Morgen wollen wir uns das Innere einer Zwiebel anschauen. Bringt eine Zwiebel und ein Küchenmesser mit." Mit dieser Anweisung ihrer Lehrerin kommt Lilly von der Schule nach Hause. „Wir sollen eine Zwiebel mit in die Schule bringen“, berichtet sie ihrer Großmutter. „Unsere Lehrerin will mit uns das Innere einer Zwiebel durchnehmen ..."



Die Oma geht in den Keller. „Dies ist eine ganz besondere Zwiebel,“ so erklärt sie ihrer Enkelin. „Sie heißt: der blaue Papagei. Du musst sie einpflanzen und abwarten, bis sie kommt."

Lilly nimmt die Zwiebel mit in die Schule. Die Lehrerin hat einen Längsschnitt und einen Quer- schnitt von der Zwiebel an die Tafel gemalt und eine Lupe hingestellt. Die eine Hälfte der Klasse soll die Zwiebel längs durchschneiden, die andere Hälfte quer. Lilly versteckt die Zwiebel unter dem Tisch.

„Wo ist Deine Zwiebel?", fragt die Lehrerin. Lilly sagt schnell: „Meine Zwiebel ist zu Hause. Meine Oma hat gesagt, wenn ich das Innere einer Zwiebel kennen lernen will, dann muss ich sie einpflanzen, und wenn ich Glück habe, kommt der blaue Papagei heraus".

Einige Mitschülerinnen lachen. Die Freundin sagt: „Lilly hat ihre Zwiebel unter dem Tisch versteckt. Sie will sie nicht durchschneiden".

Die Lehrerin zeigt Verständnis: „Lillys Oma hat recht. Auch unter der Lupe können wir das Innere einer Zwiebel nicht wirklich sehen". Lilly darf ihre Zwiebel einpflanzen und auf das Fensterbrett stellen. Aus der Zwiebel kommen Blätter heraus. Aus den Blättern ein Stiel. Am Stiel hängen grüne Knospen.

Eines Tages laufen ihr die Mitschülerinnen entgegen: „Der blaue Papagei ist da!" Auf dem Fensterbrett steht eine blaue Hyazinthe. Der ganze Klassenraum duftet. Die Lehrerin sagt: „Dies ist in Wahrheit das Innere einer Zwiebel. Mit unseren Augen können wir immer nur die äußere Form wahrnehmen. Aber das Innere, das was sich im Innern bewegt, die Kraft, die jede Form verändert, können wir nur über die Zeit wahrnehmen - was war, was ist und was wird."

Diese kleine Geschichte zeigt mir etwas über das Wesen von Wundern: Hätte die kleine Lilly ihre Blumenzwiebel nicht vor dem Zerschneiden geschützt, die Kinder hätten den Blauen Papagei nie zu Gesicht bekommen. 

Ähnlich erklärt es der kleine Prinz in der bekannten Erzählung von Antoine de Saint - Exupéry: „Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar, man sieht nur mit dem Herzen gut.“

Ein Herz mit dem Blick für das Wesentliche wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Wolfgang Rapp

Weingarten im Blick, 23.4.2010
Foto: wrw pixelio.de

 

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Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?

Am Ostermorgen sind drei Frauen unterwegs, sehr früh, als die Sonne aufging. Mit ihren Gedanken hängen sie an dem furchtbaren Geschehen der letzten Tage. Jesus ist tot. Und mit ihm starb an Karfreitag ihre Hoffnung, ihr Traum vom Reich Gottes. Warum ist alles so gekommen? Wo war Gott?

Drei Frauen sind unterwegs. Maria von Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome. Sie sind unterwegs zum Grab Jesu. Sie wollen dem toten Jesus noch einen letzten Dienst erweisen – ihm, der ihnen das Herz weit gemacht und sie das Leben neu sehen ließ. In seiner Gegenwart waren Glaube, Liebe und Hoffnung keine leeren Worte, und Gott nahe.

Wohlriechende Öle hatten sie gekauft um den Leichnam zu salben. Nicht nur aus Pietät gehen sie zum Grab. Noch einmal in seiner Nähe sein. Abschied nehmen von ihm, der ihnen so viel bedeutet hat.

Drei Frauen unterwegs am Ostermorgen. Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür? Aber Jesus ist nicht mehr im Grab. Sie hören zum ersten Mal die Osterbotschaft: Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden. Er ist nicht hier.

Das Osterevangelium nach Markus (Kapitel 16,1-8) endet so, dass die Frauen von dem Grab flohen. Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen, und sie sagten niemandem etwas, denn sie fürchteten sich sehr.

Drei Frauen unterwegs, früh am Morgen, als die Sonne aufging. Ein neuer Tag beginnt. Ein Tag, der nicht nur ihr Leben verändern wird. Jesus lebt. Ein heiliger Schrecken hatte sie erfasst und ihnen die Sprache verschlagen.

Aber bald hallt das Neue Testament wider vom Lob Gottes. Gott wird fortan als der gesehen, der Jesus vom Tod auferweckt hat. Seither sind fast 2000 Jahre vergangen und in den Gottesdiensten erklingt das österliche „Halleluja“. Und dafür gibt es gute Gründe.

Jesus lebt, und auch uns ist ewiges Leben verheißen. Gott hat seinem Weg der Liebe recht gegeben. Nach wie vor leiden Menschen. Nach wie vor ragt der Tod in unser Leben herein. Aber Leiden und Tod haben ihre Endgültigkeit verloren. Schon hier und jetzt leben wir in der Hoffnung auf Gottes Reich, wenn auch die Vollendung noch aussteht.

Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür? Diese Frage der drei Frauen hat seit Ostern eine Antwort. Und wir hören seine Stimme durch die Zeiten:

Siehe, ich bin bei euch alle Tage,
bis an der Welt Ende.

Ein frohes Osterfest wünscht Ihnen

Pfarrer E. Schulz


Weingarten im Blick, 1.4.2010
Foto: Chorfenster in der Stadtkirche , Schulz

 

 

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Wohin wollen Sie eigentlich?

„Wohin wollen Sie denn?“ fragt die Dame im Reisebüro die beiden jungen Frauen, die vor mir dran sind. „Das ist uns egal, wir haben 1000 Euro und eine Woche Zeit und wir möchten Sonne pur genießen.“ Es dauert noch eine ganze Weile, aber irgendwann sind die beiden zufrieden und haben den Sonnenflug gebucht. Wenn es nur im Leben auch so einfach wäre, denke ich mir während der Wartezeit. Wenn es eine Stelle gäbe, bei der ich Auskunft bekäme über den richtigen Lebensweg, ein Lebensziel buchen könnte, mit Geld-zurück-Garantie bei Misserfolg.

Doch so geht es leider nicht. Wir müssen selbst Antwort finden auf diese Fragen, die sich manchmal in den Vordergrund drängen, meistens dann, wenn man eigentlich gerade gar keine  Zeit für sie hat. Was mache ich da eigentlich, wo führt mich das alles hin? Und wohin will ich eigentlich? Wo ist mein Ziel? Und welchen Weg will ich einschlagen?

Wohin wollen Sie eigentlich? Jesus wurde einmal etwas ganz Ähnliches gefragt: „Welches ist das wichtigste Gebot?“ Die Frage hätte auch lauten können: Was ist das Wichtigste im Leben? Er antwortete: „Das Wichtigste ist, Gott zu lieben, aber genau so wichtig ist es, seine Mit­menschen zu lieben.“ Eine ziemlich clevere und umfassende Antwort.

Aber wie  hilft uns das weiter? Ich denke, es kann eine gute Richtschnur sein. In der konkreten Situation ist es dann immer noch schwer genug, den richtigen Weg einzuschlagen und die richtige Entscheidung zu treffen. Denn meistens gibt es ja nicht den guten und den bösen Weg, sondern die vielen Wege dazwischen, die die Entscheidung schwer machen.

Wohin wollen Sie eigentlich? Ich wünsche Ihnen den Mut und die Zeit, sich solchen Fragen zu stellen und ich wünsche Ihnen die richtigen Gesprächspartner dazu.

Pfarrer Horst Gamerdinger
Weingarten im Blick, 5.3.2010
Foto: Karen Hilberg, www.pixelio.de

 

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Sieben Wochen OHNE
Zum Beginn der Fasten- und Passionszeit


In der Fastenzeit verlassen wir ausgetretene Pfade, wir machen einen Bogen um den Kühlschrank, meiden den Zigarettenautomaten oder gehen überhaupt mal wieder zu Fuß. Wir entziehen uns Kalorien, Konsum oder Komfort. Wir brechen mit Gewohnheiten, selbstverständlichen Gesten des Alltags, machen etwas anders als sonst und bringen damit, leise und ohne ruckartige Bewegungen, gewohnte Ordnungen durcheinander. 
Vielleicht läuft alles nicht mehr ganz so rund und vorhersehbar wie sonst. Vielleicht stolpert man auf einmal im gewohnten Takt. Der Tagesablauf verschiebt sich, Zeit ist da, wo Hetze war. Ruhig und wach hören wir uns selber wieder – und Gott. Diese Zeit im Kirchenjahr lebt auf Veränderung und Erneuerung hin.

„7 WOCHEN OHNE“ heißt die Fastenaktion der evangelischen Kirche und der Name ist Programm. Hier geht es nicht so sehr darum, dass man etwas weglässt in den vierzig Tagen vor Ostern. Es geht ums „Ohne“. Wenn wir Sie einladen, sieben Wochen auf etwas zu verzichten, dann soll das dazu verhelfen, in dieser Zeit etwas freizulegen und in Bewegung zu bringen. Dafür soll Raum sein. Gestalten Sie Ihr Leben „7 WOCHEN OHNE“ und entdecken Sie die Fülle. Der Verzicht macht Appetit – auf das Leben.

Übrigens: Fasten kann auch ein kleiner Entwurf für das eigene Leben sein: Was wäre wenn? Was wäre, wenn ich nicht jeden Abend auf dem Sofa zu bewegten Bildern einschlafen würde, wenn ich jeden Tag eine neue Begegnung wagen würde, wenn ich vorwärts schauen würde, statt zurück? Die Skizze eines anderen Alltags, der Blick in eine andere Richtung, eine Perspektivverschiebung.

Fasten kann bedeuten, Gott gegenüber eine fragende Haltung einzunehmen und zu hören, was er zu sagen hat. So liegt im Verzicht der Fastenzeit die Erinnerung daran, dass wir es nicht immer allein und selber am besten wissen, was gut für uns ist. Probehalber etwas anders zu machen – auch wenn es schwer fällt – kann die Entdeckung mit sich bringen, dass es anders besser sein könnte. Eine Weile das zu vermeiden, womit wir sonst viel Zeit verbringen und uns besonders im Wege stehen, setzt Kräfte frei und verleiht Flügel.
Manchmal ist es nur ein kleiner Schritt zur Seite und es zeigt sich auf einmal etwas anderes, Unerwartetes, lange Übersehenes. Wenn das gelingt, dann lassen wir bekanntes und umrissenes Gelände hinter uns und fasten auf einen ständig weiter werdenden Horizont hin. Wenn es gelingt, dann finden wir danach den Weg in die Gewohnheit gar nicht wieder zurück – und gehen einen neuen.

Eine gesegnete Fastenzeit wünscht Ihnen

Pfarrer Wolfgang Rapp
Weingarten im Blick, 19.2.2010


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Jahreslosung 2010 
„Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich.“ 
(Joh 14,1)

  
Die Eingangstüre der Stadtkirche im Winter. 
Foto: H. Gamerdinger

Hinter der Tür zum neuen Jahr

Was ist das neue Jahr für Sie? Ein offenes Tor, hinter dem allerhand Überraschungen warten, spannende Entwicklungen, auch ungeahnte Chancen und Herausforderungen? Oder tut sich Ihnen ein düsterer Horizont auf, voller Unsicherheiten und Befürchtungen?

Menschen sind da ja ganz verschieden und haben unterschiedliche Methoden, mit all dem umzugehen, was so auf einen zukommen kann im Leben.

Wie gut tut es, wenn einem jemand den Arm um die Schulter legt und sagt: „Hab keine Angst, ich begleite dich, vertrau` mir nur“. So könnte man das biblische Motto nachformulieren, das in der evangelischen Kirche für das Jahr 2010 als Jahreslosung ausgewählt wurde.

„Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich.“ 
(Joh 14,1)

Jesus hat es gesagt, zum Abschied und als Vermächtnis an seine Jünger. Wie ein freundschaftlicher beschützender Arm kann so ein Wort sein als Begleiter auf dem Weg durchs Jahr.

Denn es gibt ja wirklich genug, was einen erschrecken kann. Mag der Verstand sich noch besänftigen lassen, das Herz spürt es. Ob es die Klimaerwärmung oder der Krieg in Afghanistan ist, ob es die Sorge um die Zukunft der Kinder oder das Bangen um das Leben der krebskranken Freundin ist – jeder von uns kennt solche Sorgen zur Genüge.

Damit unser Herz nicht zutiefst erschreckt wird, gibt es Sätze wie die Jahreslosung. Ein Satz, der Mut macht für das ganze Jahr. Zugegeben - bestimmt nicht nach dem ersten Lesen. Aber vielleicht, wenn er immer mal wieder zu mir reden kann. So wie ein guter Freund, der mich aufmuntert, wenn es nötig ist und mich an die Geschichten erinnert, die gut ausgehen.

So einen guten Freund oder eine gute Freundin wünsche ich Ihnen. Und dass der Satz von Jesus den Weg in Ihr Herz finden möge und dort Mut macht für jeden Tag des Jahres.

Pfarrer Horst Gamerdinger
Weingarten im Blick, Januar 2010

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Weihnachten 2009 

Siehe, ich verkündige euch große Freude, 
die allem Volke widerfahren wird; 
denn euch ist heute der Heiland geboren ...

Aus dem Weihnachtsevangelium nach Lukas, Kapitel 2


Krippe in der Evangelischen Stadtkirche Weingarten.   
Foto: E. Schulz

In wenigen Tagen ist Weihnachten. Und zu Weihnachten gehören die vertrauten Worte von der Geburt Jesu in Bethlehems Stall. Alle Jahre wieder, von Kindheit an hören wir das Weihnachtsevangelium. Jedes Jahr dieselben Worte und doch jedes Jahr neu. 

Neu, weil sich Zeiten und Lebensumstände ändern. Neu, weil wir selbst jedes Jahr anders gestimmt sind. Vielleicht haben sich Dinge zum Guten gewendet? Vielleicht hat sich in diesem Jahr sogar ein Traum erfüllt? Vielleicht mussten wir von einem Menschen Abschied nehmen? Vielleicht uns neu orientieren und folgenreiche Entscheidungen treffen? Unsere Welt ändert sich und wir mit ihr. Die Weihnachtsbotschaft bleibt. Jedes Jahr dieselben Worte – aber jedes Jahr kann uns Weihnachten neu berühren.  

Erzählt wird die Geschichte von einer Geburt. Sie geht uns zu Herzen und hat zu allen Zeiten die Phantasie der Menschen angeregt, weil sie so menschlich von diesem göttlichen Geschehen spricht: Euch ist heute der Heiland geboren ...

Die Weihnachtsgeschichte erzählt uns von der die Zeiten wendenden Geburt des Sohnes Gottes. Die Engel verkündigen sein Geheimnis. Große Freude aller Welt. Gott kommt uns nahe. Er will nicht ohne uns Menschen sein. Seine Liebe hält es nicht im Himmel. Mit der Geburt Jesu in Bethlehems Stall, setzt er sich vielmehr der oft harten und bitteren Realität dieser Welt aus, uns zum Heil, uns zum Trost, uns zur Hoffnung.

 Warum Gott diesen Weg geht, darüber haben Jahrhunderte nachgedacht. Auch wir können diesem Geheimnis nachsinnen, ein Leben lang. Dabei kommen wir mit unserem Denken immer wieder an Grenzen , nicht aber mit unserem Lob. In der Weihnachtsgeschichte wird erzählt, wie die Hirten sich eilend aufmachten, um zu sehen, was da geschehen war – und als sie das Kind mit Maria und Josef sahen, priesen und lobten sie Gott.  

Tun wir es ihnen gleich. Machen wir uns auf, jedes Jahr neu: Mit unseren Ängsten und Hoffnungen, in kindlichem Vertrauen, als Skeptiker und Realisten und doch immer wieder Glaubende, als Menschen mit ihrer Sehnsucht nach Leben und Heil. Wir müssen an Weihnachten nicht auf heile Welt machen. Die Weihnachtsgeschichte tut es jedenfalls nicht. Weihnachten ist kein Traum von Stunden, sondern eine Kraftquelle für das ganze Leben.  

Deshalb – Frohe Weihnachten!

 

Pfarrer E. Schulz
Weingarten im Blick, 18. Dezember 2009

 

 

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Der kommende Gott

Der kommende Gott
wird größer sein.
als Du und ich ihn gedacht,
der kommende Gott
wird größer sein,
als wir ihn zurechtgemacht,
der kommende Gott
wird größer sein
und lebendig, nicht tot und verstaubt,
der kommende Gott
wird größer sein,
als die Kirche ihn je geglaubt.

Denn der kommende Gott
schließt uns alle ein.
ob Jude, ob Moslem, ob Christ,
denn der kommende Gott
ist nicht mein oder Dein
und erfragt nicht, was Du wohl bist.

Denn der kommende Gott

ist für alle da.
ein Gott für die ganze Welt,
denn der kommende Gott
ist dem Menschen nah,
der sich fragt, wer die Welt erhält.

Denn der kommende Gott,

war schon immer der Gott.
den sie alle, sie alle gemeint.
denn der kommende Gott
ist der einzige Gott,
der uns alle, uns alle vereint.

(Verfasser unbekannt)

Pfarrer W. Rapp
zu Weihnachten 2009